Insel-Kuba

Kuba (span. Cuba) ist ein Inselstaat in der Karibik. Im Nordwesten hat die Insel-Kuba einen Küstenstreifen zum Golf von Mexiko, die gesamte Nordküste liegt jedoch am Atlantischen Ozean.
Amtssprache Spanisch
Hauptstadt Havanna (La Habana)
Staatsform Sozialistische Republik
Fläche 110.860 km²
Einwohnerzahl 11.382.820 (Quelle: CIA 2006)
Bevölkerungsdichte 102 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit von Spanien am 10. Oktober 1898 erklärt, am 20. Mai 1902 anerkannt
Währung Kubanischer Peso, konvertierbarer Peso
Geographie

Die Insel-Kuba ist die größte Insel in der Karibik. In der Rangfolge der größten Inseln der Welt liegt sie auf Platz 15. Das Nachbarland im Norden sind die USA mit ihrem Bundesstaat Florida. Im Nordwesten liegt der Golf von Mexiko, im Westen die mexikanische Halbinsel Yucatán. Die Insel-Kuba ist großteils eben, mit Hügellandschaft und Bergen hauptsächlich im Südosten. Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1.974 m ü. NN) in der Sierra Maestra. Havanna ist die größte Stadt der Insel-Kuba und Hauptstadt der Insel. Die nächstkleineren Städte sind Santiago de Cuba, Holguín und Camagüey.
Im Südosten der Insel-Kuba befindet sich der Marinestützpunkt der US-Marine Guantanamo Bay. Dieser Teil der Insel ist 1903 von einer früheren vorrevolutionären kubanischen Regierung de facto auf unbegrenzte Zeit an die USA verpachtet worden.
Klima

Das Klima ist tropisch. Es gibt eine trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit von Mai bis Oktober. Im Osten der Insel-Kuba entstand der Nationalpark Parque Nacional Alejandro de Humboldt, der die vier östlichsten Provinzen Holguín, Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo umfasst. Das Gebiet schützt viele wichtige Ökosysteme zu Land (68.890 ha) und zu Wasser (2.250 ha), wie die Küste mit ihren Mangroven und vorgelagerten Riffen, die küstennahen Trockenwälder und die höher gelegenen und niederschlagsreichen Regenwälder mit dem 1.168 Meter hohen Gipfel des El Toldo. Der Nationalpark wurde im Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Bevölkerung
Auf der Insel-Kuba leben etwa 11 Millionen Menschen, davon über 2 Mio. in der Hauptstadt Havanna. Die Bevölkerung wuchs in den letzten 40 Jahren kontinuierlich um rund 1 Mio. je Jahrzehnt. Die Ursachen für das Bevölkerungswachstum liegen in der hohen Lebenserwartung aufgrund der guten medizinischen Versorgung und der geringen Kindersterblichkeit von 6,33 Kinder je 1000 Geburten als der zweitniedrigsten in Amerika nach Kanada. Damit wird die mit 1,6 Kindern pro Frau niedrigste Geburtenrate Lateinamerikas und der zweitniedrigsten der westlichen Hemisphäre nach Kanada kompensiert. Die niedrige Geburtenrate resultiert aus häufigen kostenlosen Abtreibungen aufgrund medizinischer oder sozialer Indikation. Jede dritte Schwangerschaft wird künstlich abgebrochen.
Eine Reihe Kubaner emigrierten nach der Revolution in die USA und besonders nach Florida. Einwanderer kommen aus ärmeren karibischen Ländern wie Haiti oder Jamaika.
Geschichte
Spanische Kolonialzeit
Die Insel-Kuba und die dort lebenden Arawak gerieten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter spanische Kontrolle. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die indigenen Völker durch Gewalt und Krankheit praktisch ausgerottet. Für den sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbau kauften sich die spanischen Pflanzer im 17. und 18. Jahrhundert zehntausende afrikanischer Sklaven.
Unabhängigkeitskampf
Die Kämpfe der Kolonie um Unabhängigkeit begannen 1868 und dauerten mit Unterbrechungen bis zum Abzug der Spanier im Jahr 1898 an, als die USA intervenierten (Spanisch-Amerikanischer Krieg). Zuvor kämpfte der kubanische Nationalheld José Martí und die Oberbefehlshabern Máximo Gómez und Antonio Maceo im Unabhängikeitskriegseit seit 1895 mit 200.000 Kubanern gegen die Spanier. Zwei vorangegangene Kriege (Guerra Larga 1868–1878 und Guerra Chiquita 1878–1879) scheiterten.
Intervention der USA
Nach dem Ende des Spanisch-Amerikanischen Kriegs besetzten die USA die Insel-Kuba, bis sie schließlich 1902 endgültig die formale Unabhängigkeit erlangte, aber kein souveräner Staat wurde. Die Souveränität war bis 1934 durch das Platt Amendment eingeschränkt, das den USA bei Beeinträchtigung US-amerikanischer Interessen ein jederzeitiges Interventionsrecht in Kuba gab. Ein Überrest dieser US-amerikanischen Sonderrechte ist der gegen den erklärten kubanischen Willen noch heute von den USA aufrechterhaltene Marinestützpunkt Bahía de Guantánamo (Guantanamo Bay), der in den letzten Jahren im Rahmen seiner Funktion als Militärgefängnis für Terrorverdächtige eine internationale Bekanntheit erlangt hat.
Revolution 1959
1959 ersetzte die Revolution unter der Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Che Guevara
die langjährige Diktatur von Fulgencio Batista durch eine revolutionäre Regierung. Seit 1961 (Deklaration von Havanna) ist die Insel-Kuba ein sozialistisches Land.
Wegen der kubanischen Verstaatlichungspolitik, von der insbesondere eine Reihe großer US-amerikanischer Wirtschaftsunternehmen, aber auch Großgrundbesitzer mit Besitz über 64 Hektar Land betroffen waren, verhängten die USA Sanktionen gegen die Insel-Kuba, die schließlich unter dem Einfluss der Exilkubaner um den Alkohol-Clan Bacardi in einer totalen Wirtschaftsblockade der Insel mündeten, welche bis heute andauert. Nicht zu vergessen ist, dass die Insel-Kuba vor der Revolution für die amerikanische Mafia ein Paradies war; auch deren Besitztümer wurden enteignet. In Resolutionen der UNO und auch auf dem 15. Iberoamerikanischen Gipfeltreffen 2005 wurden die USA aufgefordert, ihre Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegenüber der Insel-Kuba zu beenden. Parallel dazu verließen in mehreren Flüchtlingswellen tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida ansiedelte. Die Insel-Kuba suchte und fand Unterstützung bei den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion. Auf Grund der strategischen Lage der Insel-Kuba eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Darin wurde die Insel-Kuba zum Spielball zweier Atommächte.
Bodenschätze
Inzwischen gewinnt die Nickelproduktion an Bedeutung, hier wirken sich die aktuell hohen Stahlpreise günstig aus.
Landwirtschaft
In der Landwirtschaft ist der Zucker immer noch das wichtigste Expportgut, gefolgt vom Tabak. Die Zuckerproduktion sank jedoch von 9 Millionen Tonnen vor der Revolution auf den heutigen Tiefststand von 2,5 Millionen Tonnen. Noch immer müssen Lebensmittel importiert werden.
Tourismus
Der Beginn des Massentourismus auf der Insel-Kuba wurde durch die Prohibition in den Vereinigten Staaten ausgelöst. Die Insel-Kuba wurde ein beliebtes Reiseziel der US-Amerikaner, da es nah an Florida lag und keinen Beschränkungen des Glücksspiel und der Prohibition wie in den USA unterlag. Durch das in Folge der kubanischen Revolution verhängte US-Embargo konnten keine Gäste aus dem vorher wichtigsten Herkunftsland nach der Insel-Kuba ausreisen. Nur eine geringere Zahl von Gäste, besonderes aus der Sowjetunion und denOstblockstaaten reisten in den folgenden dreißig Jahren auf die Insel-Kuba. Nach dem Zusammenbruch des Ostblock und der wirtschaftlichen Krise auf der Insel-Kuba suchte die Regierung neue Devisenquellen für die Insel-Kuba. Mit international tätiger Tourismusunternehmen wurden seit Anfang der 1990er Jahre Joint-Venture gegründet, welche Hotels und touristische Einrichtungen hauptsächlich in den Haupttourismusgebieten errichteten und betreiben. Die hohen Trinkgelder in Devisen lockten viele hochqualifizierte Kubaner in Jobs des Tourismusgewerbe. Touristikmitarbeitern werden auch speziell an Universitäten des Landes mit eigens eingerichteten Studiengängen ausgebildet. Der heutige Pauschaltourismus konzentriert sich auf wenige Gebiete, insbesondere Varadero, die Region Havanna, das Valle de Viñales, Cayo Coco und die Nordküste bei Holguín (Playa Guardalavaca). Durch die hohe Anzahl an Ärtzten und ein entwickeltes Gesundheitssystem bietet Kuba gute Voraussetzungen für Gesundheitstourismus. Touristen verbinden ihren Ferienaufenthalt mit einer medizinischen Behandlung oder reisen für Spezialbehandlungen wie Augenoperationen und Zahnarztbehandlungen auf die Insel-Kuba.